Mitten in Wien - und doch eine andere Welt

Mitten in Wien - und doch eine andere Welt

Wiens verborgene Gastgärten

Wer durch die Wiener Innenstadt spaziert, richtet den Blick meist nach oben. Zum beeindruckenden Turm des Stephansdoms, zu den prachtvollen Palaisfassaden der Ringstraße oder zu den barocken Palästen, die seit Jahrhunderten das Bild der Stadt prägen. Dabei liegen manche ihrer schönsten Orte gar nicht in diesem Blickfeld. Sie verbergen sich hinter schweren Holztoren, schlichten Durchfahrten oder unscheinbaren Pforten, an denen man schnell einmal vorbeigeht.

Erst wenn sich eine dieser Türen öffnet, verändert sich die Stimmung: Der Straßenlärm bleibt zurück, die Luft scheint kühler zu sein und an die Stelle von Asphalt treten Kopfsteinpflaster, Bäume, Kletterpflanzen und blühende Sträucher. Es duftet nach Sommer, Stimmen klingen gedämpft und nach ein paar Schritten wird aus der geschäftigen Innenstadt ein Ort der Ruhe.

Ein Blick zurück: Die Stadt hinter den Mauern

Um das Besondere der Wiener Innenhöfe zu verstehen, lohnt sich ein kurzer Blick in die Geschichte: Die mittelalterliche Stadt war eng, dicht bebaut und von Mauern umgeben, weshalb Platz ein kostbares Gut war. Hinter den schmalen Fassaden der Bürgerhäuser entstanden deshalb Innenhöfe - zunächst aus ganz funktionalen Gründen. Sie dienten als Lagerflächen, Werkstätten, Ställe oder als Zugang zu den hinteren Gebäudeteilen. Das Leben spielte sich nicht nur straßenseitig ab, sondern auch im Verborgenen dahinter.

Mit der Zeit veränderte sich die Stadt. Während Handel und Wohlstand wuchsen, wurden viele Häuser erweitert und umgestaltet, Höfe vergrößert und architektonisch aufgewertet. Besonders in der Barockzeit begann man, Innenhöfe nicht mehr nur als praktische Nutzräume zu sehen, sondern als Orte der Ruhe und der Gestaltung zu entdecken. Aus Wirtschaftsflächen wurden kleine Gärten, oft mit Brunnen versehen, während Bäume Schatten spendeten und einen Platz zum Verweilen boten.

Coloriertes historisches Foto mit elegant bekleideten Personen in einem Wiener Gastgarten

(Historische Fotografie, coloriert)

Parallel dazu entstand in Wien eine Gaststättenkultur, die bis heute zum Lebensgefühl der Stadt gehört. Sobald es das Wetter erlaubte, wurden Tische und Stühle ins Freie gestellt, zunächst vor den Häusern, später immer häufiger auch in den geschützten Innenhöfen. Wo früher gearbeitet und gespielt wurde, trafen sich nun Menschen zum Essen, Trinken und Plaudern.

Vielleicht liegt genau darin ihr besonderer Reiz: Nie als Attraktionen geplant wurden Sie ganz von selbst zu jenen Orten der Begegnung, die wir damals wie heute so schätzten bzw. schätzen.

Die Pawlatsche – das Herz vieler Wiener Innenhöfe

Wer einen historischen Wiener Innenhof betritt, entdeckt oft noch ein typisches Detail vergangener Jahrhunderte: die Pawlatsche. Die offenen Laubengänge - inzwischen oft zur Gänze mittels Verglasung geschlossen - verlaufen entlang der Hoffassade und erschließen die einzelnen Wohnungszugänge über hölzerne oder eiserne Galerien. Ursprünglich waren sie eine praktische Lösung, um zu den Wohnungen zu gelangen, ohne dafür die ohnehin knappe Wohnfläche zu opfern.

Historische Aufnahme einer Pawlatsche im Innenhof des Deutschorden Hauses

(Historische Aufnahme einer geschlossenen Pawlatsche im Innenhof des Deutschordenshauses)

Mit der Zeit wurden sie weit mehr als nur Zugangswege: Kinder spielten in den Höfen, Nachbarn unterhielten sich über das Geländer hinweg und das Leben verlagerte sich an warmen Tagen ganz selbstverständlich nach draußen. Die Pawlatsche wurde so zum Bindeglied zwischen privatem Wohnraum und gemeinsam genutztem Innenhof - ein bis heute vorhandenes und gelebtes Stück Wiener Alltagsgeschichte.

Sommer in Wien

Zurück zum Schanigarten: Mit den ersten warmen Frühlingstagen beginnt in Wien eine Zeit, in der auch jene Gastgärten öffnen, die sich einen Winterschlaf gönnen. Plätze und Gassen füllen sich wieder mit Leben und bis weit in den Herbst hinein spielt sich ab jetzt ein großer Teil des Alltags unter freiem Himmel ab - oft mitten im Geschehen an einer belebten Straße, das Kommen und Gehen beobachtend und dem Hufklappern der Fiaker lauschend.

Oder gut versteckt aber für alle zugänglich, an einem Ort der Ruhe in einem der vielen Innenhof-Gastgärten, oft nur wenige Meter vom Trubel entfernt und dennoch erstaunlich abgeschieden. Hinter historischen Mauern erwartet Besucher eine Atmosphäre, die man mitten in einer Großstadt kaum erwarten würde. Der Schatten alter Gebäude oder noch älterer Bäume hält die größte Hitze fern, liebevoll gepflegte Pflanzen bringen die Natur in den Hof und die Geräusche der Stadt verlieren sich irgendwo hinter den Mauern.

Ein Innenhof mitten am Stephansplatz

Einer dieser Höfe befindet sich im Deutschordenshaus, nur wenige Schritte vom Stephansdom entfernt.

Von außen lässt kaum etwas erahnen, was sich dahinter verbirgt. Das historische Gebäude wirkt zurückhaltend, fast verschlossen. Erst wenn man das dunkelgrüne Tor am Stephansplatz 4 passiert und im historischen Gewölbegang ein paar Stufen hinabsteigt, öffnet sich ein begrünter Innenhof, der mit der geschäftigen Innenstadt davor kaum etwas gemeinsam zu haben scheint.

Das Deutschordenshaus selbst blickt auf eine Geschichte von mehr als sieben Jahrhunderten zurück. Seit dem 13. Jahrhundert ist es Sitz des Deutschen Ordens in Wien und gehört zu den geschichtsträchtigsten Gebäuden der Altstadt (mehr über die Geschichte des Deutschordenshauses erfahren Sie hier).

Der Innenhof des Deutsch Ordenshaus mit Blick auf den Haas&Haas Gastgarten mit Markise

Wer hier unter der großen Markise und dem Wilden Wein des Haas&Haas Gastgartens Platz nimmt, schaltet wie von selbst einen Gang hinunter und lässt die besondere Stimmung wirken.

Hohe Mauern spenden angenehmen Schatten, ausladende Rosenstöcke erfüllen den Innenhof mit ihrem süßen Duft und an besonders heißen Tagen sorgt unsere feine Nebelkühlung für eine willkommene Erfrischung. Selbst wenn rund um den Stephansplatz die Temperaturen weit über 30 Grad steigen, bleibt es hier erstaunlich angenehm.

Lassen Sie sich bei Ihrem nächsten Spaziergang durch die Wiener Innenstadt hinter eines der alten Tore zu einem Innenhof führen. Nehmen Sie sich einen Moment Zeit und entdecken Sie die verborgenen Höfe der Stadt. Vielleicht ergibt sich dabei eine kleine Auszeit in unserem Gastgarten: ob ausgiebiges Frühstück, entspanntes Mittagessen, traditioneller Afternoon Tea oder einfach ein erfrischender Spritz an einem warmen Sommertag - manchmal braucht es gar nicht viel, um den Trubel der Stadt für eine Weile hinter sich zu lassen.

Mitten in Wien. Und doch in einer anderen Welt.

Ansich des Haas&Haas Gastgartens im Sommer mit Loom-Chairs, weiß gedeckten Tischen und dekorativer Bepflanzung